Stellungnahme zur Studie „Die Rache von Käfer und CO. 20 Jahre kommerzieller Anbau von Gen-Pflanzen in den USA“

01.02.2013

Die oben genannte Studie wurde vom Gentechnik-Kritiker Christoph Then verfasst und wird von Martin Häusling, Abgeordneter Bündnis 90/Grüne im EU Parlament, herausgegeben. Then behauptet in der Studie, dass gentechnisch verbesserte Pflanzen mehr Pflanzenschutzmittel benötigen und daher der Umwelt schaden würden. Zudem hätten sie negative Auswirkungen auf Landwirte, Verbraucher und Saatgutmärkte.

Zahlreiche weltweite Studien von unabhängigen Wissenschaftlern widersprechen dieser Studie und belegen die Vorteile und Unbedenklichkeit gentechnisch verbesserter Pflanzen. Wir möchten an dieser Stelle exemplarisch auf die von Graham Brookes & Peter Barfoot veröffentlichte Studie „Global impact of biotech crops: socio-economic and environmental effects 1996-2007“[1] hinweisen. Diese kommt zu folgendem Ergebnis:  

 

Ertragssteigerung

  • In 2007 waren die Erträge auf den 111 Mio. ha Biotechflächen bei Sojabohnen, Mais, Baumwolle und Canola (Sommerraps) signifikant höher als wenn dieselben Flächen mit konventionellen Sorten bestellt worden wären. Bei Soja betrugt der  Mehrertrag +30%, bei Mais +7,6%, bei Baumwolle +20% und bei Sommerraps +8,5%.

 

Weniger Einsatz von Insektiziden

  • Die neuen Möglichkeiten, Schadinsekten teilweise durch eine integrierte Lösung zu bekämpfen, führen zu drei wichtigen Vorteilen:
    • Einsatz von weniger Insektiziden, die breit über die Flächen gespritzt werden und damit nicht sehr selektiv die Schadinsekten treff
    • Aufgrund weniger Durchfahrten können die angebauten Kulturen und der Boden geschont und Treibstoffkosten eingespart werden.
    • Durch den besseren gezielten Schutz gegen Schadinsekten können höhere Erträge erzielt werden, hier +6% in Mais und +13% in Baumwolle.

 

Mehr Einkommen für Landwirte und deren Familien

  • Gentechnisch veränderte(GV) Pflanzen brachten den Landwirten ein zusätzliches Einkommen von  44 Mrd. US-Dollar (1996-2007). 50% dieser Einkommenssteigerung erzielten Landwirte aus Entwicklungsländern mit kleinen ruralen Strukturen.
  • Gerade in Indien und auf den Philippinen hat sich das Familieneinkommen, resultierend aus dem Anbau von GV Baumwolle und GV Mais um mindestens 30% gesteigert.

 

Gesamte positive Umweltbilanz

GV Pflanzen haben den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um 359 Mio. kg (-8,8%) reduziert, Treibhausemissionen (GHG) konnten bereits in 2007 um ca. 14,2 Mrd. kg CO2 (Kohlendioxid) reduziert werden. Diese Einsparungen kamen hauptsächlich durch die Anwendung weniger Insektizid-u. Herbizidanwendungen, weniger Treibstoffverbrauch für die Ausbringung und eine bessere energetische Ausnutzung (Kohlenstoff verbleibt im Boden) bei der konservierenden Bodenbearbeitung.


[1] http://www.pgeconomics.co.uk/page/23/focus-on-yield---biotech-crops;-evidence,-outcomes-and-impacts-1996-2007