Monsanto und BASF legen Entdeckung eines Gens offen, das Mais vor Trockenheit schützt

09.06.2009

Saint Louis (USA) und Ludwigshafen (9. Juni 2009) – Wissenschaftler von Monsanto (NYSE:MON) und BASF haben ein Gen entdeckt, das Maispflanzen dabei helfen kann, Trockenperioden besser zu überdauern und auch bei unzureichender Wasserversorgung stabile Erträge zu liefern.

Das Gen wird in der ersten Produktgeneration von trockentolerantem Mais eingesetzt und soll so Landwirten sichere Ernten ermöglichen, die infolge des Klimawandels von Wassermangel betroffen sind. Der gemeinsam von Monsanto und BASF entwickelte Mais ist die weltweit erste, mit Hilfe der Biotechnologie entwickelte trockentolerante Nutzpflanze.

Dem Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge sind künftig häufigere und längere Trockenperioden zu erwarten – insbesondere in Gegenden, die bereits jetzt stark von Trockenheit betroffen sind. Auch die US-amerikanische National Academy of Sciences warnte erst kürzlich vor zurückgehenden Ernteerträgen und weltweiter Nahrungsmittelknappheit als Folgen des Klimawandels.

Bei dem Gen handelt es sich um das cspB-Gen, das aus dem Bakterium Bacillus subtilis stammt und für die Bildung eines so genannten RNS-Chaperons verantwortlich ist. Dieses Proteinmolekül bindet an Ribonucleinsäuren (RNS) und unterstützt deren Funktion. Es wurde in Bakterien gefunden, die extremer Kälte ausgesetzt waren. Weitere Untersuchungen zeigten, dass das cspB-Gen auch Pflanzen in Stresssituationen wie Trockenheit helfen kann. Wissenschaftler von Monsanto haben diese Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Plant Physiology“ veröffentlicht.

Das cspB-Gen bewirkt, dass Maispflanzen auch bei länger andauernder, unzureichender Wasserversorgung wachsen und sich entwickeln. Herkömmliche Maispflanzen reagieren besonders empfindlich auf Trockenheit während des Kornansatzes. Das Gen verringert die daraus resultierenden Schäden für die Pflanze und sichert so die Erträge in der Landwirtschaft.

„Die Entwicklung dieses Merkmals zeigt, wie leistungsfähig unser Discovery-Programm ist, das durch unsere laufenden Investitionen in Forschung und Entwicklung gespeist wird“, so Robert Fraley, Chief Technology Officer bei Monsanto. „Es spiegelt außerdem unser Engagement für unsere Kunden aus der Landwirtschaft wider und ist zudem eine Bestätigung für ihre Investitionen in unsere Produkte. Mit trockentolerantem Mais unterstützen wir sie mit einem weiteren Werkzeug, die heutigen Herausforderungen in der Landwirtschaft besser zu bewältigen.“

„Der trockentolerante Mais von BASF und Monsanto ist das erste Produkt, das aus unserer Zusammenarbeit im Bereich der Pflanzenbiotechnologie hervorgeht, worauf ich sehr stolz bin“, sagt Jürgen Schweden, Senior Vice President R&D bei BASF Plant Science. „Unsere Technologien ergänzen sich hervorragend, sodass wir Landwirten in kürzerer Zeit mehr und bessere Produkte zur Verfügung stellen können“, fügt Schweden hinzu.

Landwirte sollen den trockentoleranten Mais voraussichtlich ab 2012 nutzen können. Die Produktzulassungen wurden vor kurzem bei den entsprechenden Behörden in Nordamerika, Kolumbien und in der Europäischen Union beantragt. In den kommenden Monaten werden weitere Anträge für andere wichtige Importmärkte folgen.

Regelmäßig sind in den Vereinigten Staaten potenziell 4 bis 5 Millionen Hektar Maisanbaufläche von moderater Trockenheit beeinträchtigt. In Feldversuchen des vergangenen Jahres in den Western Great Plains (USA) bewirkte trockentoleranter Mais eine Ertragssteigerung von sechs bis zehn Prozent oder übertraf diese Marke gegenüber dem durchschnittlichen Ertrag von 70 bis 130 bushels per acre (das entspricht 4,4 bis 8,1 Tonnen pro Hektar) in einigen der trockenheitsanfälligsten Regionen der USA.

Der trockentolerante Mais ist Bestandteil der Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung sowie der Vermarktung von Pflanzenbiotechnologie zwischen BASF und Monsanto, die im März 2007 bekannt gegeben wurde. Die beiden Unternehmen investieren über die gesamte Dauer der Zusammenarbeit gemeinsam US$ 1,5 Milliarden (ca. EUR 1,2 Mrd.). Ziel ist es, Nutzpflanzen zu entwickeln, die höhere Erträge liefern und besser vor widrigen Umwelteinflüssen wie Trockenheit geschützt sind.

Der trockentolerante Mais ist das erste Produkt einer sich über mehrere Generationen erstreckenden Folge von trockentoleranten Pflanzen, die beide Unternehmen im Laufe des kommenden Jahrzehnts auf den Markt bringen möchten. Sowohl BASF als auch Monsanto stärken die gemeinsame F&E-Pipeline mit weiteren Genen für Trockentoleranz und weiteren, gegen ungünstige Umweltbedingungen wirkenden Merkmalen. Dazu zählt auch die zweite Generation trockentoleranter Maispflanzen, die sich derzeit in Entwicklungsphase 2 befinden. Diese umfasst Tests im Labor sowie im Feld.

Monsanto hat sich aufgrund der leistungsfähigen Gen-Screening-Plattform von BASF Plant Science für die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen entschieden: BASF führt Screenings von Pflanzengenen mit einem hohen Durchsatz durch. Jedes Jahr werden zum Beispiel 1.000 Gensequenzen in über 140.000 Reispflanzen untersucht. Das so gesammelte Know-how über die Funktion von Pflanzengenen bildet damit den größten und genauesten Genpool für Ertrags- und Stresstoleranzmerkmale der gesamten Branche.

Die Discovery-Plattform von Monsanto wird für das Screening, die Evaluierung und Optimierung von Genen mit vielversprechenden Eigenschaften bezüglich Ertragssteigerung und Trockentoleranz eingesetzt. Das Unternehmen fördert diese Plattform selbst mit täglich US$ 2,6 Millionen (ca. EUR 1,8 Mio.).

Die Monsanto-Forschung kombiniert modernste Pflanzenzüchtung mit der Biotechnologie und setzt dazu Elitesaatgut aus aller Welt ein, um die beste saatgutgestützte Lösungen zur Produktivitätssteigerung in landwirtschaftlichen Betrieben bereitzustellen. Die Trockentoleranz und auch andere derzeit entwickelte Merkmale, wie etwa ertragreichere Sojabohnen und krankheitsresistente Baumwolle, sind der Schlüssel zur nachhaltigen Ertragssteigerung als ein verbindliches Engagement des Unternehmens. Im Jahr 2008 versprach Monsanto, die Saatgutmenge seiner drei wichtigsten Nutzpflanzen – Mais, Baumwolle und Sojabohnen – bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2000 zu verdoppeln. Dabei sollen gleichzeitig die für die Produktion benötigten Ressourcen wie Wasser, Land und Energie geschont werden.

Über das Unternehmen Monsanto

Das Agrarunternehmen Monsanto ist ein weltweit führender Anbieter technologiebasierter Lösungen und landwirtschaftlicher Produkte zur Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft und der Lebensmittelqualität. Monsantos Anliegen ist es, Landwirten und ihren Betrieben einen deutlichen Mehrwert zu verschaffen. Das Unternehmen nutzt Pflanzenzüchtung, Biotechnologie und andere Anwendungsformen moderner Wissenschaft, um Landwirte und Agrarwirtschaft dabei zu unterstützen, dem stetig wachsenden Bedarf nach Nahrungsmitteln, Kleidung und Kraftstoff gerecht zu werden. Weitere Informationen über das Geschäft und Engagement von Monsanto finden Sie unter http://www.monsanto.com/ und http://www.monsanto.de/.

Über BASF

BASF ist das führende Chemie-Unternehmen der Welt: The Chemical Company. Das Portfolio reicht von Chemikalien, Kunststoffen und Veredlungs­produkten bis hin zu Pflanzenschutzmitteln, Feinchemikalien sowie Öl und Gas. Als zuverlässiger Partner hilft die BASF ihren Kunden in nahezu allen Branchen, erfolgreicher zu sein. Mit hoch­wertigen Produkten und intelligenten Lösungen trägt die BASF dazu bei, Antworten auf globale Herausforderungen wie Klimaschutz, Energieeffizienz, Ernährung und Mobilität zu finden. Die BASF erzielte 2008 einen Umsatz von mehr als 62 Milliarden € und beschäftigte am Jahresende rund 97.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die BASF ist börsennotiert in Frankfurt (BAS), London (BFA) und Zürich (AN). Weitere Informationen zur BASF im Internet unter http://www.basf.com/ .

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Bestimmte, in dieser Pressemitteilung enthaltene Aussagen sind „zukunftsgerichtete Aussagen“, z.B. Aussagen zum zukünftigen Leistungsumfang von Produkten, zu Genehmigungen durch Regulierungsbehörden, zu Geschäfts- und Finanzplänen und zu anderen, nicht-historischen Fakten. Diese Aussagen stützen sich auf momentane Erwartungen und derzeit verfügbare Informationen. Da diese Aussagen jedoch auf Faktoren basieren, die Risiken und Unwägbarkeiten bergen, können die tatsächlichen Ergebnisse und Leistungen der Unternehmen deutlich von denen abweichen, die in den zukunftsorientierten Aussagen explizit oder implizit enthalten sind. Faktoren, die zu Abweichungen führen oder beitragen können sind unter anderem der Erfolg der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens; die Kosten für und die Möglichkeiten der Unternehmen, auf für die Zusammenarbeit benötigtes geistiges Eigentum zuzugreifen und dieses anzuwenden; die Kosten und die Anforderungen für die Einhaltung von Vorschriften und die Dauer von Zulassungsverfahren; die Akzeptanz der Biotechnologieprodukte in der Bevölkerung sowie andere Risiken und Faktoren, die in dem kürzlich erschienenen Unternehmensbericht für die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde detailliert beschrieben werden. Diese zukunftsorientierten Aussagen sind mit der erforderlichen Vorsicht zu bewerten, da sie den Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Dokuments wiedergeben. Das Unternehmen ist in keiner Weise verpflichtet, die zukunftsorientierten Aussagen oder die anderen Faktoren zu aktualisieren, die sich auf die tatsächlichen Ergebnisse auswirken können.

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