Entwickelt oder verkauft Monsanto „Terminator“-Saatgut?

Mithilfe der modernen Biotechnologie erscheint es möglich, Pflanzen zu entwickeln, deren Samen entweder nicht keimfähig sind oder deren Samen zwar ihre Keimfähigkeit behalten, aber bei denen bestimmte Gene „abgeschaltet“ sind. Unter dem Begriff Gene Use Restriction Technology (GURT) werden Verfahren zusammengefasst, die auf genetischer Ebene ansetzen, und deren Zweck es ist, die Verwendung oder Verbreitung von bestimmtem genetischen Material in der Landwirtschaft einzuschränken.

In der Öffentlichkeit wird die Samensterilität meist als „Terminator-Technologie“ bezeichnet. Mit diesem Begriff verknüpft ist die Wahrnehmung, dass solches Saatgut die Existenz von Kleinbauern in Entwicklungsländern bedrohen könnte, denn für diese ist es seit Jahrhunderten selbstverständlich, Saatgut aus eigener Ernte zu gewinnen und damit sogenannten Nachbau zu betreiben.

Monsanto hat kein Produkt mit Samensterilität entwickelt oder auf den Markt gebracht. Da Monsanto viele der Bedenken in Bezug auf die Kleinbauern teilt, haben wir uns 1999 verpflichtet, die Samensterilität nicht bei Pflanzen einzuführen, die der Nahrungsmittelerzeugung dienen. Wir halten an dieser Verpflichtung fest und haben keine Pläne oder Forschungsziele, die gegen diesen Grundsatz verstoßen.

Ungeachtet dessen bieten GURT-Technologien bestimmte Vorteile. GURTs können etwa eingesetzt werden, um die Nutzung oder Verbreitung von bestimmtem genetischem Material in der Landwirtschaft einzuschränken. So kann zum Beispiel ein Technologie-Unternehmen, das in Forschung und Entwicklung neuer, nützlicher Eigenschaften investiert hat, sicherstellen, dass diese nur solchen Landwirten zur Verfügung stehen, die bereit sind, dafür auch zu zahlen.

Darüber hinaus können GURT-Technologien Maßnahmen der Produktbegleitung unterstützen: Sie bieten ein wirksames Mittel, die Präsenz von gentechnisch verändertem Material auf die dafür vorgesehenen landwirtschaftlich genutzten Areale zu beschränken.

Monsanto sieht sowohl die positiven wie negativen Aspekte der GURT-Technologien. Wir gehen davon aus, dass einige Anwendungen – mit Ausnahme der Samensterilität – für Kleinbauern von Vorteil sind. Denkbar wäre zum Beispiel eine biotechnologisch entwickelte Pflanze, deren Samen auch in weiteren Generationen uneingeschränkt keimfähig bleibt – damit von den Landwirten nachgebaut werden kann –, aber in weiteren Generationen nicht mehr das gentechnisch veränderte Merkmal trägt.

Sollte sich Monsanto entscheiden, die Entwicklung von GURT-Technologien zu betreiben, werden wir uns dazu mit Experten und Interessengruppen beraten, auch mit Nicht-Regierungsorganisation. Unabhängig davon gelten weiterhin unsere Selbstverpflichtung, die Kleinbauern schützen und unser Versprechen, die Samensterilitäts-Technologien nicht kommerziell einzusetzen.